Textauswahl der Bücher Sternenstaub und Morgenröte

Nektar

 

Der Ort hier, Erde auch genannt,

bringt mich ganz gern um den Verstand.

Ich bin ein Teil der Menschheitshand,

und fühl' mich ihr doch abgewandt.

 

Mein Blick wechselt sehr oft den Ort,

analysiere immer fort,

des Menschen streben immer zu,

bringt meiner Seele keine Ruh.

 

Doch dann im stillen Grün allein,

fängt Sonnenschein das Denken ein.

Ganz ruhig spürt die Seele Kraft,

befreit von aller Leidenschaft.

 

Das Warum, ich werd‘s nie finden.

Das Sein hat seine Rinden.

 

Will nur das Harz berühren,

was aus kleinen Rissen rinnt,

will’s wunderbar verspüren,

was mich einst nach Haus mitnimmt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Muse

 

Silbrig glänzt der Wald, in dem du gehst,

ganz still ist deiner Ruhe Hall.

Kraftvoll schreitest du den Weg und stehst,

nur manchmal, lauschend meinem Schall.

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe

 

Kennst du die einsam lichte Stille,

wo du nichts zählst und auch dein Wille,

jenseits der Naturen Schranken,

verbunden mit der Rose Ranken?

 

Hier weißt du ohne jedes Denken,

und willst dich einfach nur verschenken…

 

 

 

 

 

 

 

Glücksblase

 

Glaubst du, was die Norm erzählt?

Wer hat sie für dich erwählt?

Ist sie das, was du auch bist?

Beizeiten war sie auch Faschist.

 

Heute geht sie mehr gen Kapital,

Konsumieren, Qual der Wahl,

Haben bis du glücklich bist,

ist das Wohl oder nur List?

 

Bist du das, was du anziehst?

Oder was du in der Werbung siehst?

Ist das für dich, was man da macht?

Oder will da jemand Geld und Macht?

 

Und blendet dich mit bunten Sachen,

die vieles, nur nicht glücklich machen.

 

 

 

 

 

 

 

Feindschaft

 

Deine Feinde sind deine Freunde, die du nicht gerne hast,

lehren dich mehr als andere, denn sie gönnen dir keine Rast.

Der Weisen Stein, der in dir wohnt, hast du noch nicht begriffen,

du wurdest erst durch ihre Mühlen wahrhaft fein geschliffen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Weiße Weg


(Machu Picchu)


Ein alter Kondor segelt Bahnen
hoch über graue Andengipfel,
sieht die alten Pfade brechen,
Neues über altem zechen.

Ist alt und kennt noch alte Wipfel,
Bäume, die seit Jahren mahnen,

 

zu Ruh', Bedacht und alter Stille,
die verloren mit den Jahren.

Sieht Menschen stur die Zukunft rennen
Tempel in Beton verbrennen,
ohne Schreine zu bewahren
verloren ging ein alter Wille.

 

Der Kondor schaute alt Schamanen,
die heut den Menschen nur noch Ahnen.
Kennt feurig Glut in weisen Augen,
auch schwarze an der Seele saugen.

Ein altes Wissen, Sein verzahnen,

entwich dem Mensch in seinem Planen.

 

Der Kondor segelt, spürt im Wind,

dass die Zeiten bald gekommen sind,

den Weg zu schreiten neu entfacht,
der nur von wenigen bewacht,
entfalten wird sich neu geschwind.
Asche gebiert ein neues Kind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sternenstaub

 

Wie ein Wolf der seinen Pfad bewacht,

schleich ich hier durch manche Nacht.

Einsam ist mein Angesicht,

und nur wenig Sterne spenden Licht.

 

Pilger durch die Wälder weit,

und genieße meine Einsamkeit,

die lange Suche eingestellt,

auf meinem Zuge durch die Welt.

 

der mich in manches Tal verschlug,

über Berge und auch Meere trug.

Gefunden hab ich einen Streuner,

einen alten harten Träumer.

 

Der nichts ist als Staub im Wind,

ein alter Narr und doch ein Kind,

was sehnsuchtsvoll die Sonne blickt,

Und ein Gebet zum Himmel schickt.

 

 

 

 

 

 

 

Kreuzweg


Visionen von abgesägten Schrotflinten,

iim Kopfbereich angesetzt,

wandern ziellos durch mein Hirn,

und spielen Kurt Cobain.
 
Mein Leben sinnlos, so trivial, reflektiert nur hunderttausend andere.

Jung, unglücklich verliebt, Existenzangst,

sehr banal, verliert in der Masse an Bedeutung

und ist nur ein weiterer Knochen auf dem Friedhof Erde.
 
P.S.: Trivialität ist erst dann schlimm,

wenn sie für einen selbst trivial wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebensbaum


Stumm schwingt über blauen Tagen

die Melodie der Hoffnung übers Land.

Das Erd’ gewordene zu ertragen,

und irgendwann die Engelshand in der Seele zu erfahren.

Um beide Kräfte zu verbinden,

in einer Einheit zu verpaaren,

ohne Zweifel in den Rinden.

Baum der Früchte und der Samen,

wo bunte Samen Triebe schlagen,

und Früchte voller Schönheit ohne Namen,

Ihre Samen weiter tragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Phönix


Der Schmerz zerfrisst mich jeden Tag,

gräbt sich tief in meine Seele,

dass ich den Kopf nicht mehr zu heben wag’,

und jeden Sinn in mir verfehle.
 
Warum entbeint der Schmerz mich so?

Die Narben glühen und pulsieren,

platzen, brennen lichterloh,

und mein Herz droht zu erfrieren.
 
Nachdem die Asche ausgebrannt,

die mich einst so stolz ernährte,

meine Seele scheint verbannt,

folgte einer falschen Fährte.
 
Stolz und Hochmut, sag’ ich dir,

sind der Fährmann ins Verderben,

in Hades Augen schäumt die Gier,

lacht auf deinem Weg zum Sterben.
 
Die Asche säumt ein glühend Funken,

ein Schwert das nicht geweiht dem Hiebe,

entsandt zum Kampf der Nacht entsunken,

geschmiedet aus der Liebe.

 

 

 

 

 

 

C’est la vie


Das Innere deiner selbst,

ist nichts was du bestellst.

Es ist da, war es schon immer,

es Ignorieren macht es schlimmer.

Du bist nun mal, was du auch bist,

und es war schon, wie es immer ist …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Endsieg


Die Liebe siegt im Augenblick.

Jetzt und immer das Geschick.

Ewig ist gleich Hier und Jetzt,

die Liebe siegt und bleibt zuletzt.

 

 

 

 

 

 

Morgenröte


Dunkel liegt der Weg vor mir,

die Nacht bricht wieder mal herein.

Glanz umspielt des Mondes Schein,

doch grau ist alles unten hier.


Niemand ist zu sehen,

iin des Waldes Schatten.

Erinnre mich, ein Flehen,

an Tage die wir hatten.


Doch die Nacht kann mich nicht schrecken,

zu viele Monde ich durchschritten,

habe damals schon gelitten,

und weiß, der Morgen wird mich wecken.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Thomas Bruns